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Historie

Das Vitos Klinikum Riedstadt gehört zu den ältesten psychiatrischen Krankenhäusern der Welt. Es wurde 1533 zusammen mit den psychiatrischen Krankenhäusern Haina, Merxhausen und dem schon lange aufgelösten Krankenhaus in Gronau, gegründet.

Landgraf Philipp der Großmütige
Landgraf Philipp erhält von der Geschichtsschreibung den Beinamen "Der Großmütige", dies wegen seiner edlen Taten. Die bekannteste ist die Gründung der Universität Marburg. Gleich daneben steht die Stiftung der eben erwähnten "Hohen Stammhospitäler" (Gesamthospitäler). Sie waren für die damalige Landgrafschaft Hessen zuständig. Ein überlebensgroßes Steinstandbild von ihm und seinem Sohn - Georg dem Frommen- ist in der Einfahrt des Darmstädter Schlosses zu bewundern, wenn man sich von der Seite des Marktplatzes nähert.

Kein Kloster
Das Krankenhaus erfuhr in seiner langen und wechselvollen Geschichte manche Schicksalsschläge, beispielsweise im 30jährigen Krieg (1616 - 1648). Das Philippshospital war übrigens nie ein Kloster, wie es schon manchmal geschrieben wurde; hier war lediglich eine katholische Pfarrei. Dieser Irrglaube kommt möglicherweise daher, dass die damaligen Patienten als "Brüder und Schwestern" bezeichnet wurden. Deshalb dachte man, es handele sich um ein Kloster.

Patientenzahlen
Die Patientenzahl steigerte sich von der Eröffnung mit ca. 100 bis Anfang des 20. Jahrhunderts auf ca. 1.600, also in Zustände, die man sich nur schwer vorstellen kann. Alle Räume des Hospitals waren überbelegt. Nur ganz wenige Ärzte arbeiteten hier. Es gab sogar Zeiten, zu denen das Philippshospital für Aufnahmen gesperrt werden musste. Die Patienten wurden dann von den umliegenden Krankenhäusern versorgt, da der Personalmangel enorm war.

Eine eigene Welt
Wie jedes große psychiatrische Krankenhaus war auch das Philippshospital fast autark. Das heißt, es versorgte sich selbst. Landwirtschaft, Bäckerei, Schlosserei, sogar eine Brauerei zählten zu den hospitaleigenen Betrieben. Viele Patienten waren früher auf dem eigenen Gutshof eingesetzt, der die zum Krankenhaus gehörenden Ländereien bewirtschaftete. Auch heute gehören die umliegenden Ländereien noch zur Klinik. Sie sind verpachtet.

Von der Verwahranstalt zum Fachkrankenhaus
In den letzten paar Jahrzehnten hat sich das Philippshospital von der einstigen Verwahranstalt für psychisch Kranke zu einem funktionstüchtigen Fachkrankenhaus mit gutem Ruf für Psychiatrie und Psychotherapie entwickelt.

Dies kann man alleine an der Tatsache erkennen, dass früher sehr viele Menschen gegen ihren Willen, also zwangsweise, hier behandelt werden mussten. Heute kommen ca. 90 Prozent der Patienten freiwillig zu uns.

Der Einzugsbereich, der früher auch die Städte Darmstadt und Offenbach, und für bestimmte Krankheitsbilder (geistige Behinderung) auch den Kreis Bergstraße und den Hochtaunusskreis umfasste, ist heute auf den Kreis Groß Gerau (und den Teil des Altkreises Darmstadt-Dieburg mit den Gemeinden Pfungstadt und Nebengemeinden Griesheim und Erzhausen) geschrumpft.

Trotzdem leben in unserem Einzugsbereich noch rund 330.000 Menschen. Von der Leitung durch einen "Hospitalvogt" im Mittelalter, über einen Chefarzt und Direktor (in Personalunion) zu der modernen Führungsfunktion innerhalb eines Klinikums (ärztliche, kaufmännische und pflegerische Direktion) hat es entscheidende Fortschritte gegeben.