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Abhängigkeitserkrankungen

Prinzipiell kann jeder abhängig werden, von Alkohol, Beruhigungsmitteln, Aufputschmitteln, Schmerzmitteln, Heroin, Kokain, Cannabis, Lösungsmitteln oder Nikotin.

Nach dem gleichen Muster funktionieren auch „stoffungebundene Süchte“, bei denen es nicht um eine berauschende Substanz geht, sondern um ein Verhalten, das süchtig betrieben wird (Glücksspiel, PC und Internet, Essen, Kaufen, Arbeiten oder Sport).

Eine qualifizierte Behandlung der Abhängigkeit widmet sich zunächst der Therapie von Entzugserscheinungen und akuten Suchtfolgeschäden. Dann muss jedoch die psychische Ebene der Abhängigkeit berücksichtigt werden: Die im Stoffwechsel des Gehirns verankerte Lernerfahrung („Suchtgedächtnis“) begründet eine lebenslange Rückfallgefährdung.

Das Wesen der Abhängigkeit als Rückfallerkrankung erfordert eine Behandlungsform, die auf mehrfache Behandlungen ausgelegt ist und die eigenen, jeweils aktuellen Erfahrungen der Betroffenen für den Behandlungsprozess nutzt.

Die wichtigsten Ergebnisse einer Suchtbehandlung bestehen darin,

sich in der verzweifelten Situation der Abhängigkeit verstanden zu fühlen,

die Erfahrung zu machen, dass ein Leben ohne Suchtmittel möglich ist,  und

die Ermutigung zu erneuter Behandlungsaufnahme bei Rückfälligkeit mitzunehmen.

In unserer Klinik werden stoffgebundene Abhängigkeiten auf den beiden Stationen 12/2 (24 Betten) und 12/3 (21 Betten) behandelt. Die Station 12/2 nimmt schwerpunktmäßig alkohol- und medikamentenabhängige Menschen auf, die Station 12/3 drogenabhängige Menschen. Auf beiden Stationen arbeiten multiprofessionelle Behandlungsteams in enger Zusammenarbeit mit Einrichtungen der ambulanten Suchthilfe und Rehabilitationseinrichtungen.

Unserer Grundhaltung gemäß sind wir professionelle Begleiter von Menschen, die eine schwierige Phase in ihrem Leben durchmachen und die möglicherweise schon mehrfach bei dem Versuch gescheitert sind, einen neuen Anfang zu finden. In einer vertrauensvollen Atmosphäre akzeptieren wir die Betroffenen und versuchen, deren Selbstwertgefühl zu stabilisieren. Unsere therapeutische Grundhaltung ist ausgerichtet an Transparenz, Akzeptanz und gegenseitigem Respekt.

Ziele der Behandlung sind neben der Diagnose und Therapie begleitender somatischer Erkrankungen eine möglichst komplikationslose körperliche Entgiftung durch eine symptomorientierte Bedarfsmedikation gegebenenfalls auch durch die Unterstützung mit den Opiatersatzstoffen Methadon und Buprenorphin. Ferner beinhaltet die Behandlung die Vermittlung von Krankheitseinsicht, die Klärung krankheitserhaltender Faktoren sowie die Information über eine gesundheitsfördernde Lebensführung, Maßnahmen der Rückfallprophylaxe und die Motivation für und gegebenenfalls Vermittlung in weiterführende Behandlungsangebote.

Darüber hinaus besteht die Behandlung in

-          psychotherapeutischen Einzel- und Gruppengesprächen

-          ärztlichen und pflegerischen Visiten

-          Psychoedukation (u.a. medizinische Infogruppe)

-          Informationen durch Selbsthilfegruppen

-          Psychologische Testung

-          Entspannungsverfahren

-          sozialarbeiterische Unterstützung bei der Klärung der

           Grundsicherung, dem Kontakt zu Behörden sowie zu weiterführenden

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